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Zungenmuskeltraining (ZMT)

Beim Zungenmuskeltraining (ZMT) führt der Patient nach anfänglicher Anleitung in Selbstanwendung eine systematische Elektrostimulationsbehandlung seiner Zungengrundmuskulatur durch. Hierdurch soll der Muskeltonus verbessert werden, so dass eine maximale Muskelerschlaffung während des Schlafes mit Verlegung der oberen Atemwege verhindert wird. Zu diesem Zweck platziert der Patient zweimal am Tag für jeweils 20-30 Minuten eine Mundelektrode unter seine Zunge; eine zweite selbsthaftende Elektrode wird unter dem Kinn auf der äußeren Haut befestigt. Diese beiden Elektroden werden mit einem handlichen elektrischen Aggregat verbunden, welches zum schrittweisen Training der Zungengrundmuskulatur in rhythmischer Abfolge elektrische Impulse niedriger Frequenz und Intensität aussendet. Diese Stromimpulse aktivieren die Zungengrundmuskulatur und die zugehörigen motorischen Nerven und bewirken rhythmische Muskelkontraktionen.

Nach bisherigen Empfehlungen sollten Patienten ein solches elektrisch vermitteltes Zungenmuskeltraining zweimal täglich (morgens und abends) für 20-30 Minuten über acht Wochen durchführen. Hernach kann der Patient ein aktives Muskeltraining (isometrische Übungen) beginnen (“Zungengymnastik”).

Nach Ergebnissen einer Pilotstudie an 40 Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom ergaben sich durch eine ZMT-Behandlung in 65 % der Fälle wesentliche Besserungen der Schlafapnoesyndrome, die jeweils durch Verlaufskontrollen im Schlaflabor objektiviert wurden (Gessmann et al., 2001). Bei diesen Patienten konnte die Anzahl der Apnoen, Hypopnoen und Sauerstoff-Entsättigungen im statistischen Mittel um durchschnitlich jeweils 50 % verringert werden. Bei dem bestansprechenden Patienten sank der Apone-Hypopnoe-Index (AHI) unter dieser Behandlung von ursprünglich 89 auf 18. Wie die bisherigen Verlaufsbeobachtungen zeigen, können die gewonnenen positiven Effekte über zwei Jahre oder länger anhalten. Bedarfsweise ist eine ZMT-Therapie jederzeit ohne Risiken oder relevante Nebenwirkungen wiederholbar.

In mehreren dokumentierten Fällen konnten Patienten nach erfolgreicher ZMT-Therapie auf eine weitere CPAP-Behandlung verzichten. Bei anderen Patienten konnte die Obstruktion der Atemwege zumindest so weit gebessert werden, dass die Beatmungsdrücke des CPAP-Gerätes reduziert und die subjektive Verträglichkeit dieser apparativen Beatmung verbessert werden konnte.

Apnoestim, Gerät
Die obige Abbildung zeigt ein ZMT-Aggregat mit zwei handelsüblichen Batterien (Babyzellen), Kinn-Klebeelektroden und einführbarer Mundelektrode. Die selbsthaftenden Kinnelektroden befinden sich unten links, die einführbare Mundelektrode rechts im Bild. Das Aggregat misst 8,0 x 10,0 cm und wiegt 148 g.

Apnoestim, Anwendung
Diese Abbildung demonstriert die praktische Anwendung des Elektrostimulationsgerätes beim Zungenmuskeltraining. Der Patient hat die Kinnelektrode an der äußeren Haut befestigt, die Mundelektrode bis zur Zunge eingeführt und startet sein Stimulationsgerät (Abbildungen zur ZMT-Therapie mit freundlicher Genehmigung der BMR Neurotech GmbH, Überlingen).

Es stehen zwei fest programmierte Betriebsprogramme zur Verfügung (Startprogramm bei Trainingsbeginn und Folgeprogramm bei Therapiefortführung). Der Stimulationsstrom des Aggregates ist gleichstromfrei; er bewegt sich in einem Bereich von 5 mA bei einer Impulsfrequenz von 35-50 Hz, einer Ausgangsspannung von 5 V und einer Amplitudenspitzenspannung von 50 V.

Zusammenfassend sollte bei obstruktivem Schlafapnoesyndrom in Würdigung der vorerwähnten Ergebnisse ein Zungenmuskeltrainung vor Einstellung auf ein CPAP-Gerät durchgeführt werden, sofern kein akutes Gefährdungspotenzial besteht, welches eine umgehende Versorgung mit einem CPAP-Gerät erfordern würde. Pateinten, die bereits mit einem CPAP-Gerät versorgt sind, könnten mittels Zungenmuskeltraining möglicherweise von einer weiteren CPAP-Behandlung entwöhnt werden oder wesentliche Besserungen ihrer Atmungsstörung erfahren, die sich auf die erforderliche Einstellung des CPAP-Gerätes günstig auswirken.

Keine Behandlungsindikation besteht bei zentraler Schlafapnoe, da ZMT naturgemäß nicht den vom Gehirn gesteuerten Atemantrieb beeinflusst.

Der folgende Erfahrungsbericht eines Patienten, veröffentlicht in der Zeitschrift Schlafapnoe Aktuell, Ausgabe 12, Mai 2001, veranschaulicht die Chancen eines Zungenmuskeltrainings bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der BMR NeuroTech GmbH, Überlingen):

Bereits 1989 wurde im Schlaflabor der Philips-Universität in Marburg ein SchlafapnoeSyndrom bei mir festgestellt (Apnoe-lndex 39 Phasen/Stunde durch 277 Apnoen bei einer mittleren Dauer von 47 Sekunden). Eine Therapie mit einem CPAP-Gerät der ersten Generation musste ich abbrechen, das dann verordnete Theophyllin brachte auch nur negative Auswirkungen.

Es folgten Jahre des Herumexperimentierens ohne Ergebnis. Im Juni 1998 wurde mir dann ein modernes Gerät verordnet mit einem Druck von 8 mbar. Dieses Gerät verhalf mir zu gesunderem Schlaf, verursachte aber auch Fliess-Schnupfen, der sich mit einem Luftbefeuchter besserte. Den allabendlichen inneren Widerstand gegen die Maske konnte ich jedoch auch mit aller Vernunft nicht abbauen.

In den folgenden Monaten höre ich vom Zungenmuskeltraining und bat im P... Schlaflabor in D... um ein Gespräch. Herrn Dr. G... Argumente überzeugten mich und es wurde eine Kontrollnacht im Schlaflabor vereinbart. Die Auswertung ergab, dass ein Versuch mit dem Zungenmuskeltraining erfolgsversprechend war und so wurde ich in die Handhabung des Stimulationsgerätes eingewiesen. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das mit schwachem elektrischen Strom, der durch den Unterkiefer fließt, das Zungenmuskelgewebe anregt und stärkt. Dadurch fällt die Zunge im Schlaf nicht mehr nach hinten. Die Atemwege werden nicht mehr blockiert.

In den folgenden fünf Wochen setzte ich also das Gerät zweimal täglich für je eine halbe Stunde (morgens und abends) ein, das heisst: Ich legte eine Elektrode unter die Zunge und eine Elektrode wurde unter dem Kinn befestigt. Die Stromstärke musste ich nach und nach so stark einstellen, wie ich es vertragen konnte. Natürlich schlief ich noch jede Nacht mit einem Beatmungsgerät. Nach Ablauf der Übungszeit folgte wieder eine Nacht im Schlaflabor, diesmal zur Kontrolle ohne CPAP-Gerät. Das Ergebnis war verblüffend: Meine Werte waren die eines Gesunden. Ich konnte ohne Maske erholsam schlafen und fühlte mich total erleichtert.

Meine Frau war sehr erstaunt, dass sie mich nicht mehr schnarchen hörte. Seit dieser Zeit können wir wieder in einem Raum schlafen. Die guten Werte wurden einige Monate später nochmals von meinem Hausarzt überprüft und bestätigt. Nach erfolgreicher Therapie mit dem Stimulationsgerät sollte ich so oft wie möglich die Zunge fest unter den Gaumen drücken - was ich oft vergesse. Sonst war für mich keine weitere Therapie notwendig.

Inzwischen sind 18 Monate vergangen und es geht mir immer noch gut. Kleinere Schnarchphasen in Rückenlage haben keinen Einfluss auf die Schlafqualität. Das beweisen auch die Aufzeichnungen eines Screening-Gerätes Mitte Januar 2001.

Das Zungenmuskeltraining hat mich -  wenigstens bis zum heutigen Tag - vom Schlafapnoe-Syndrom befreit und mir damit ein grosses Stück Lebensqualität zurückgegeben.

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, D-56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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